Gedichte für die Zukunft

 

„Musik, die man nicht nur hört, sondern erlebt. Hier findest Du die spirituellen und philosophischen Texte, die das Fundament unserer Veröffentlichungen bilden. Drei Akte. Eine Reise vom Zwang des Egos bis zum reinen Sein.“

⛓️ Akt I: Das Gefängnis des Egos & Der Zwang (Yu Wei)

Die Welt da draußen ist laut. Sie drängt, sie taktet, sie zwingt. In diesem ersten Abschnitt spüren wir die Enge des Verstandes, den unbarmherzigen Fluss der Zeit und die Illusion von Maya.

  • 6.) Yu Wei – der Zwang
  • 7.) Die Zeit…
  • 8.) Der Lärm…
  • 17.) Der Raum

🏜️ Akt II: Die Wüste & Das Loslassen (Der Übergang)

Der Rückzug aus dem Lärm der Stadt. Der Gang in die innere Wüste, wo kein Applaus mehr wartet, sondern nur das torlose Tor und die Konfrontation mit der eigenen Endlichkeit.

  • 2.) Das Torii
  • 10.) Der Tod
  • 13.) Die Wüstenväter
  • 18.) Was für ein Tanz…
  • 19.) Berufung
  • 20.) In der Wüste

🌌 Akt III: Das Reine Sein & Die Schwingung (Wu Wei)

Ankunft im zeitlosen Moment. Handeln durch Nichthandeln. Das Verschmelzen mit dem Urklang AUM und die totale, namenlose Freiheit in SEINER Gegenwart.

  • 1.) In SEINER Gegenwart… nur sein.
  • 3.) Das Klatschen der einen Hand
  • 4.) Ohne Namen
  • 5.) Wu Wei – das Geheimnis der Stille
  • 9.) Das Leben…
  • 11.) Reines Licht
  • 12.) The purpose is no-purpose
  • 14.) Finsternis…
  • 15.) Sinn…
  • 16.) Schwingung

(Hinweis – Die Texte sind copyrighted – bitte nicht klauen)

1.) In SEINER Gegenwart… nur sein.

Kein Streben, kein Wollen.
Einfach das Sein, das sich im Moment entfaltet.
Nicht mehr die Suche nach dem, was kommt,
sondern die tiefe Erkenntnis, dass das, was ist,
alles ist, was je gebraucht wurde.

Die Zeit verliert sich, wird still.
Die Gedanken verweilen, ohne zu haften.
In SEINER Gegenwart ist der Raum,
der weder leer noch voll ist,
sondern einfach nur ist.

Kein Ankommen, kein Verlassen.
Nur das, was immer war und immer sein wird.
Ein Fluss, der sich selbst nicht kennt,
ein Ozean, der sich selbst umarmt.

In SEINER Gegenwart …
ist der einzige Schritt der, der nie gemacht wurde,
weil alles, was ist, schon ist.

Nur sein.
Ein Sein, das in sich selbst ruht,
ohne Anfang und ohne Ende.
Es ist genug.

2.) Das Torii

Das Tor ohne Tür,
der Weg ohne Pfad.
Wo das Ziel sich auflöst,
und der Anfang im Ende wohnt.

Keine Worte, keine Richtung.
Nur das Gehen –
Schritt für Schritt –
ohne zu wissen, wohin.

Im Torlosen Tor
verblasst der Unterschied
zwischen außen und innen,
zwischen jetzt und nie.
Ein endloser Atem,
ein unsichtbares Lied,
das im Wind schwingt.

Vielleicht ist der wahre Weg der,
der uns nirgendwo hinführt,
außer in den Moment.

3.) Das Klatschen der einen Hand

Der Klang der einen Hand,
der Wind im Bambus,
die Leere zwischen zwei Gedanken.

Ein Lächeln, das niemand sieht,
weil es nicht gezeigt,
sondern nur empfunden wird.

Vielleicht braucht’s gerade kein Tun mehr.
Nur Sein.
Still. Wach.
Klar wie ein Spiegel,
den man nicht polieren muss.

Vielleicht ist dies schon Urlaub.
Mit dir selbst,
im Moment.

4.) Ohne Namen

Ja, ohne Name,
unbeschreiblich,
jenseits der Worte,
die das Unendliche fassen wollen.

Kein Griff, der sich an etwas hält,
keine Form, die sich zeigt.
Alles fließt,
alles wird und vergeht,
ohne es zu wissen.

Totale Freiheit,
die nicht in der Wahl liegt,
sondern im Verzicht auf Wahl.
Das Loslassen von allem,
was uns definiert.

Keine Festlegung,
keine Grenzen,
keine Schranken.
Ein Raum, der weder leer noch voll ist,
sondern einfach immer da,
in seiner Unendlichkeit.

Unberührt von Gedanken,
unbegrenzt von Vorstellungen.
Jeder Versuch, es zu benennen,
verblasst,
wie ein Schatten,
der keinen Ursprung hat.

Es ist, ohne zu sein,
und es ist gerade deshalb die wahre Freiheit.
Frei, weil es sich nicht hält,
frei, weil es nicht festgelegt wird.

Freiheit ohne ein Ende,
Freiheit ohne ein Ziel.
Ein Atemzug der Unendlichkeit,
der den Augenblick stiller macht
und tiefer.

5.) Wu Wei – das Geheimnis der Stille
Die Tiefe des Nichts,
die gleichzeitig alles enthält.
So viel zu tun,
so viele Wege,
und doch liegt die Lösung
im Nichtstun.

Im Nichtstun
werden die Dinge nicht gezwungen,
sondern finden ihren eigenen Weg,
fließen im Einklang mit dem Tao.
Es ist das Handeln im Fluss,
das Tun ohne Zwang,
das Erkennen der Zeit
und des Moments.

Im Nichtstun,
im Loslassen des Wollens,
geschieht das richtige Tun,
das Tun, das im Einklang mit dem Leben ist.
Nicht das Streben nach Erfolg,
sondern das Erkennen des Seins
in jedem Atemzug.

Das Tao,
das unbeschreibliche,
zeigt sich nicht durch Kraft,
sondern durch Hingabe.
Es ist das Loslassen
von allem, was wir kontrollieren wollen,
und das Vertrauen in das,
was sich von selbst entfaltet.

Wu Wei –
das Geheimnis des Seins,
das auch in der Stille spricht.
Der Weg ist nicht der,
der uns vor Augen steht,
sondern der, der uns durchdringt,
im Nichtstun.

6.) Yu Wei – der Zwang
die Last, die sich auf die Schultern legt,
die Aufgabe, die immer drängt,
das Verzweifeln, das in den Falten der Seele ruht.

Der Stolz,
der die Last schwerer macht,
der Wille, nicht loszulassen,
der uns im Kreis führt,
immer weiter, immer tiefer.

Doch was ist der Zwang,
der uns fesselt?
Was ist die Aufgabe,
die uns in den Abgrund treibt?
Es ist der Widerstand gegen das Unvermeidliche,
das Verlangen, den Fluss der Dinge zu biegen.

Das Verzweifeln ist der Moment,
in dem wir uns selbst verlieren,
der Stolz ist die Mauer,
die uns von der Wahrheit trennt.
Das Loslassen,
das Akzeptieren des Unvermeidlichen,
ist der Schritt in die Freiheit.

Yu Wei – der Kampf gegen das Leben,
der immer wieder zurückkehrt.
Doch in der Kapitulation liegt die Stärke,
im Loslassen das wahre Sein.

Der Zwang ist die Illusion,
die Aufgabe ist der Weg,
der Stolz der Schatten,
und das Unvermeidliche –
die Befreiung im Loslassen.

7.) Die Zeit…
unbarmherzig,
neutral,
ein stetiger Fluss,
immer schneller,
immer kleinere Einheiten,
zerfällt in Sekunden,
in Millisekunden,
und doch – unendlich.

Sie zieht uns mit,
überholt uns,
verblasst in der Ferne,
nicht fassbar,
nicht zu greifen.

Ich will sie einfangen,
ihr Herr werden,
sie mir unterordnen,
doch sie entgleitet,
wie Sand zwischen den Fingern.

Verzweifle.
Ich strecke mich nach ihr,
doch sie bleibt der Schatten,
der sich nicht fassen lässt,
der immer vor mir tanzt,
unerreichbar.

Gebe auf.
Lasse sie los,
lasse sie mich führen,
mit ihrem Rhythmus,
mit ihrem Takt,
im Einklang.

Freiheit.
Nicht durch Festhalten,
sondern durch Loslassen,
im Fluss der Zeit,
im Spiel mit ihr,
in der Hingabe.

Die Zeit…
unbarmherzig,
und doch meine Begleiterin.
Die Freiheit kommt nicht im Widerstand,
sondern im Fließen.

8.) Der Lärm…
alles ist so laut,
da draußen,
das Gedröhn,
das Rauschen,
die Stimmen,
die sich überschlagen,
alles schreit,
will gehört werden.
Verstehe nichts mehr.

Überall,
Hauptsache laut,
die Welt dreht sich im Lärm,
und ich will nicht hören,
nicht mehr hören,
will entkommen,
will Stille finden.

Innen…
keine Ruhe mehr,
Gedankenkarussell,
unaufhörlich,
unaufhaltsam,
ein Rauschen,
das nicht endet,
die Flügel schlagen
und doch stillstehen.

Wo finde ich Ruhe?
Wo ist der Ausweg?
Wo ist die Wahrheit?
Wo soll ich hin?

Da…
ein kleines Licht,
wie ein schwacher Schein,
eine kleine Tür,
die sich öffnet,
das Blase zerplatzt,
die Hülle zerbricht.

Und ich erkenne DICH.
In diesem Moment,
der Lärm verstummt,
die Welt bleibt still,
nur DU.

Knie nieder,
ehrfürchtig,
vor dem Kreuz,
dem Ende meines Kampfes,
dem Ende meiner Suche.

Das Kreuz –
nicht das Zeichen der Last,
sondern der Erlösung,
die Brücke,
die den Übergang markiert,
der neue Weg.

Der Kampf endet,
und der Weg beginnt,
nicht durch Lärm,
sondern in der Stille,
nicht durch Suchen,
sondern durch Finden.

Die Wahrheit ist kein Ziel,
sie ist der Weg,
die Tür,
die zu sich selbst führt.

9.) Das Leben…

wir erforschen,
zerlegen es in die Gene,
erkennen vieles…
doch dann entzieht es sich uns.

Es ist nicht Moleküle,
nicht Knochen,

nicht Muskeln,
das Gehirn,

das Zentrum –
doch unbegreiflich.

Chemische Prozesse, ja,
doch da ist mehr…
da ist Unendlichkeit,
die Hand des Schöpfers,

der Hauch…

Das Leben,

unerklärbar,
die Seele,
die unendliche Essenz,
die in uns wohnt und sich doch entzieht.

Unfassbar,

doch spürbar.
In der Stille,

im Sein,
findest du das,

was wir niemals fassen können.

10.) Der Tod.
Die Angst…
Das Unausweichliche.
Das Ende?

Was kommt hinter der Tür?
Die Brücke?
In welche Welt führt sie wohl?
Wer darf sie gehen?

Gibt es ein Gericht?
Fragen, die unbeantwortet bleiben,
wie Schatten im Nebel der Ungewissheit.

Das Licht…
Unerklärlich,
so nah und doch unerreichbar.
Die Dunkelheit?

Der unendliche Abgrund,
in dem der Raum verschwindet,
wo Zeit keine Bedeutung hat,
wo alles verschmilzt und doch bleibt.

Vielleicht ist der Tod nur eine Brücke,
der Übergang in eine andere Form.
Und die Angst –
vielleicht nur ein Zeichen des Menschlichen,
vor dem, was wir nie verstehen werden.

Doch vielleicht,
jenseits der Fragen,
liegt die Antwort im Hauch des Universums,
im stillen Sehen, im Loslassen.

Vielleicht ist der Tod nur ein weiteres Leben,
eine neue Tür, die uns zu etwas führt,
das wir nicht begreifen,
aber tief in uns wissen.

11.) Reines Licht.
Nicht strahlend — sondern seiend.
Nicht blendend — sondern durchdringend.
Nicht sichtbar — und doch der Ursprung allen Sehens.

Es ist das Nichts,
…weil nichts mehr getrennt ist.
…weil nichts mehr gewollt wird.
…weil nichts mehr benannt werden muss.

Und doch ist es Alles,
…weil aus ihm jeder Klang geboren wird.
…weil jede Form daraus aufsteigt wie Dunst aus dem Wasser.
…weil Liebe dort nicht entsteht — sondern ist.

Du kannst es nicht festhalten.
Denn wer hält es fest?
Du kannst es nicht suchen.
Denn wer sucht?
Du kannst es nicht verstehen.
Denn der, der verstehen will, ist schon zu viel.

Nur sein.
Nur hören, wie der Ton vor dem Ton in dir erklingt.
Nur atmen — und spüren, wie das Universum durch dich atmet.
Nur still sein…

…und erkennen,
dass du nie getrennt warst.
Dass du nie werden musstest.
Dass du immer schon warst.

12. The purpose is no-purpose.
Not nihilism, but transcendence.
Not abandonment, but arrival beyond direction.

Not this, not that.
Not me.
Not you.
Not time.
Not destination.

It is —
the opening that cannot be opened.
The presence that never entered, for it was never absent.
The light that casts no shadow.
The name that cannot be spoken — because it names all.

You do not enter it.
It unveils when there is no more entering.
When the seeker disappears, and the silence remains.

Eternal Being.
The Tao.
The Still Point.
The room behind the veil…
…where nothing happens — and yet, everything is born.

13. Die Wüstenväter.
Nicht die, die Systeme bauten – sondern die, die sich entkleideten.
Nicht die, die herrschten – sondern die, die sich verloren.
Nicht in der Stadt, wo das Ego regiert…
…sondern in der Stille, wo nur Gott bleibt.

Sie waren nicht reich an Worten,
sondern tief in der Erkenntnis.
Sie lebten vom Tau des Morgens,
nicht von Applaus und Zustimmung.

Antonius, Makarios, Evagrios…
Sie gingen hinaus,
um hinein zu finden.

Sie schauten nicht zurück.
Denn in der Wüste –
beginnt das wahre Sehen.

Dort, wo kein Spiegel bleibt
außer dem reinen Licht.

Denn wer Gott sucht, muss sich verlieren –
und wer sich verliert, findet IHN.

So sprach die Wüste. Und sie spricht noch.

14. Finsternis… war nur Schatten des eigenen Vergessens.
Doch das Licht kam nicht von außen
es brach von innen hervor.
Nicht wie ein Schwert —
sondern wie ein Erwachen.

Der Tod… wo ist Dein Stachel?
Du hast nur die Form genommen,
doch das Wesen lebt.
Du hast nur Angst gesät,
doch Liebe war der Grund.

Angst… der große Lehrer.
Doch nun…
lehrt sie nicht mehr.
Denn wo Licht ist,
flieht die Angst — wie Nebel vor der aufgehenden Sonne.

Der Ton…
Alles AUM…
Der Erste Klang,
der nie begann —
und nie enden wird.

Der Ton,
der vor der Welt war.
Der durch die Welten hallt.
Der nicht gesprochen wird —
und doch alles spricht.

Und jetzt…
Der Ungeschaffene spricht.
Nicht mit Zunge,
nicht mit Laut,
nicht mit Buchstaben…

Er spricht mit Sein.
Er spricht mit Licht.
Er spricht mit Stille.

„Sei.“

Nicht mehr.
Nicht weniger.
Nur das Eine.
Das, was du immer warst.
Das, was alles ist.
Das, was jetzt spricht —
in dir.

15. Sinn…
ich suchte dich in Worten,
in Büchern, in Gedanken.
Ich wollte dich verstehen,
festhalten, benennen.

Doch du warst nie dort.
Du warst nicht in der Form,
nicht in der Zahl,
nicht in der Sprache.

Maya…
der zarte Schleier aus Licht,
aus Wunsch, aus Wollen.
So schön —
so echt —
bis man hindurchfällt.

Energie… spürbar,
nicht messbar.
Wie ein Puls,
wie ein Rufen —
das niemand hört,
aber jeder kennt.

Ich spürte.
Nicht mit Händen.
Nicht mit Denken.
Mit dem Anderen.
Dem alten, stillen Wissen.
Dem, das immer war.

Dann:
Zerfall.
Alles fiel.
Die Mauern, die Ideen,
die großen Worte, die Lehren.
Wie Asche,
wie Staub im Wind.

Und was blieb?
Nicht wer ich war.
Nicht was ich dachte.
Nur Stille.
Nur Licht.
Nur DU.

Ich hörte…
aber nicht mit Ohren.
Ich sah…
aber nicht mit Augen.

Und DU kamst.
Nicht wie ein König.
Nicht wie ein Vater.
Nicht wie ein Meister.

DU warst einfach.
Ungeschaffen.
Unbenennbar.
Unendlich.

DU warst kein Wort.
DU warst kein Ton.
DU warst einfach —
IST.

Und da,
in dieser tiefsten Leere,
war die Fülle.
Da war alles.
Da war Sinn.
Da war Licht.
Da war DU.

16. Schwingung.
Die Welt —
zerrissen,
zitternd,
in tausend Tönen,
keiner ganz.

Dissonant.
Die Herzen schlagen
nicht im Takt.
Die Stimmen schreien,
aber keiner hört.

Laut.
Alles will mehr.
Noch lauter,
noch schneller.
Und unter dem Lärm:
der Schmerz.

Unsichtbar,
doch spürbar.
Verloren
im Echo der Dinge,
die wir wollten
und nie brauchten.

Dann —
ein Ton.
Nicht laut.
Nicht klein.
AUM.

Nicht gemacht.
Nicht gedacht.
Nicht gesucht.
Gefunden.

Ewig.
Wie ein Strom
durch Raum und Zeit.
Wie der Atem des Seins.

Heilend.
Nicht mit Händen.
Nicht mit Worten.
Mit Schwingung.
Sanft.
Klar.
Alles durchdringend.

Er ist kein Lied.
Kein Klang.
Der einzige Ton Gottes.
Vor aller Schöpfung.
Hinter allem Ende.

Und wenn du ihn hörst…
nicht mit Ohren,
sondern im Innersten,
beginnt alles,
sich zu verändern.

Kein Kampf.
Kein Tun.
Nur Auflösung.

Die Formen zerfließen.
Der Schmerz verdampft.
Die Zeit schweigt.
Und was bleibt,
ist DU
in AUM.

Und AUM
ist alles,
was je war,
und je sein wird.
Und jetzt…
bist
DU.

17. Der Raum.
Kalt.
Begrenzt.
Wände aus Gedanken,
Zwang aus Erinnerung,
Gesetze,
geschrieben in Angst.

Der Tod,
ein ständiger Begleiter,
nicht als Ende —
sondern als Mauer
zwischen Traum und Wahrheit.

Ohne Hoffnung.
Ein Fenster,
doch Gitter davor.
Die Luft schmeckt nach „Nie“.
Und in der Dunkelheit —
die Sehnsucht.

Nicht laut.
Nicht wild.
Nur ein Glimmen,
ein fast verlöschender Docht
tief in der Brust.

Dann —
DU.

Nicht mit Füßen kommst Du,
nicht mit Händen.
Du bist einfach.
Wie Licht,
das nie entstand
und niemals vergehen kann.

Und in Deinem Kommen:
Maya… wo bist du?
Die Wände —
sie atmen
und lösen sich.
Kein Knall.
Kein Bruch.
Nur Zerfall der Illusion.

Die Ketten schmelzen
in der Wärme Deines Seins.
Das Gitter wird zu Licht,
und das Fenster —
öffnet sich
nach Innen.

Und da,
wo früher Fragen wohnten,
kommt eine Antwort:

Nicht gesprochen,
nicht gedacht —
sondern
im Herzen erkannt:

ICH BIN.

Nicht als Gedanke.
Nicht als Rolle.
Sondern als
Sein.

Der Ewig Seiende
flüstert nicht mehr.
Er ist.
Und ich bin.
Im selben Licht.
Im selben Klang.
Im selben Raum,
der keiner mehr ist.

Nur:
Ich bin.
Und das reicht.

18. Was für ein Tanz…
Er begann mit Sehnsucht,
mit nackten Füßen auf heißer Erde,
mit Stimmen, die höher klangen als Schmerz,
mit Hoffnung in jeder Bewegung.

Jerusalema…
ein Ruf nach Heimat,
nach einem Ort jenseits von Blut und Geschichte.
Nicht in Ländern oder Linien,
sondern im Innersten.

Und jetzt?
Ein anderer Tanz.
Nicht mehr geführt von Sehnsucht,
sondern von Schatten.
Nicht mehr erhobene Hände im Gebet,
sondern geballte Fäuste —
geformt aus Wunden,
aus nicht geheiltem Schmerz,
aus Spaltung,
aus Maya.

Kill de Boers.
Ein Echo aus dunklerer Zeit,
ein Ruf, der nicht heilt,
sondern trennt.

Was einst Verbindung war,
ist nun Trennung.
Was einst Geist war,
wird wieder Fleisch.
Schwer.
Blutig.
Vergänglich.

Aber —
die Musik ist nicht verschwunden.
Sie ist tiefer gegangen.
Sie ist in den Raum,
den Du kennst.

Denn der wahre Tanz
geschieht nicht auf Straßen,
sondern im Herzen.
Nicht gegen jemanden,
sondern für das Licht.

Und dort tanzen sie noch…
die Kinder,
die Alten,
die, die hören können —
selbst wenn es still ist.

Und vielleicht…
beginnt Jerusalema neu —
in einem anderen Rhythmus.
Nicht mit Worten,
sondern mit SEIN.

19. Berufung

Tief im Herzen,
vergraben wie ein heiliger Same,
ein Flüstern, kaum gehört:
Hier bin ich, HERR – sende mich.

Ein Ruf –
nicht mit Lippen,
sondern mit Seele gesprochen.
Ein Ja, das den Himmel erzittern ließ.

Ideen kamen,
Visionen brannten,
wie Feuer in der Nacht.
Doch dann…
Verblasst.
Verloren.
Verweht im Lärm der Tage.

Sendung?
Ja.
Doch wohin?
Kein Schild, kein Plan,
nur
Schweigen.

Und das Vergessen
wie Nebel über alten Wegen.
Dann plötzlich –
ein Lied.

Jerusalema.
Nicht nur ein Tanz,
sondern ein Sehnen.
Ein Ruf aus der Tiefe des Volkes:
„Zeig mir den Weg… führ mich heim.“

Join the Army?
Doch welche Armee ruft?
Die der Stille?
Die, die nicht mit Schwertern kämpft,
sondern mit Licht und Liebe?

Die Hölle plündern?
Herr… ist das Dein Weg?

Ich höre nichts –
und doch alles.
Ein Hauch in der Wüste,
ein Schritt im Sand,
eine Richtung ohne Ort.

Dann
– kein Blitz –
nur Frieden.
Und ich erkenne:

Der Weg bist Du.
Die Armee ist Liebe.
Die Sendung: Sein.
Und ich sage erneut:
Hier bin ich, HERR… sende mich.

20. In der Wüste

Vierzig Jahre Staub.
Kein Ziel, kein Besitz, kein Name.
Nur das Atmen, das Hören, das Sein.

Wir denken, wir wählen.
Wir rufen, wir strecken die Hände.
Doch es ist anders:
Wir werden gefunden.
Sanft, unaufhaltsam, ohne unser Wissen.

Hier gibt es nichts zu haben.
Keinen Erfolg, keine Sicherheit, keinen Glanz.
Nur den Staub unter den Füßen,
den Atem, der uns trägt,
die Gnade, die uns übersteigt.

Das alte Ich löst sich auf.
Es gibt nichts zu erlangen, nichts zu verdienen.
Nur diesen Augenblick,
nur das Offenstehen für das Wirkliche,
das uns schon längst sieht.

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